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5. Kappensitzung 05.02.1983 

Programm:
1) Eröffnung - Einmarsch Elferrat - Tanzgarde Drewer -Fanfarencorps Büren
2) Einzug KG Rüthen mit Prinzenpaar
3) Büttenrede Friedhelm Thomas
4) KFD
5) Büttenrede Hildegard Schulte - als Schützenbruder
6) Fanfarencorps Büren
7) Büttenrede Toni Jacobs - geplagter Familienvater
8) Tanzgarde Drewer
9) Mädchengruppe der KKK
10) Büttenrede Helmut Hoppe
11) Trio Schreivogel
12) Tanzgarde Drewer
13) Bauernballett
14)    Fanfarencorps Büren

Besonderheiten:
-    musikalische Begleitung aus Siddinghausen und Fanfarencorps Prinz-Regent Büren

Quelle: Der Patriot / Rüthener Volksblatt 07.02.1983

 

Ninive ließ Narrenherzen höher Schlagen:

Die Kneblinghauser >>Blauen<< machen den Grünen Konkurrenz

Bei der Kappensitzung neue Partei aus der Taufe gehoben

 K n e b 1 i n g h a u s e n. Die „Blauen“ kommen! Vier Wochen vor der Bonner Wahl ereilte die etablierten Parteien eine neue Schreckensnachricht aus Kneblinghausen: Nach den Grünen setzen jetzt die „Blauen“ zum Sprung ins Parlament der Bundeshauptstadt an. Am Samstagabend wurde die Partei in Ninive aus der Taufe gehoben, und der Beifall für die neue Vorsitzende, es war kein anderer als das Kneblinghauser Bütten- As Helmut Hoppe beim Debüt der Blauen Liste, sollte die anderen Parteien das fürchten lernen- wenn es nicht so närrisch und komisch gewesen wäre. Mit grandiosem Applaus, mit Raketen und Orden wurde dieser Beitrag in der Überfüllten Kneblinghauser Schützenhalle angedacht, der gleichzeitig der fünften Kappensitzung der KKK ein närrisches Glanzlicht aufsetzte.

Beifall und Orden gab es an diesem Abend ohnehin reichlich und verdient. Niemand ging leer aus, bis auf einen, und dass war das Närrische Volk selbst. Für die bunten, originellen Kostüme hätten die begeisterten Karnevalisten von Ninive allein schon einen Orden verdient. Da waren Zwerge, Punker, Gespenster, Scharfrichter und Bio- Bauern, die die Halle bevölkerten und mit Ihrer Verkleidung nachhaltig unterstrichen, dass Ninive den anderen karnevalistischen Hochburgen in nichts nachsteht. Nach der Begrüßung durch den KKK- Vorsitzenden Weber und dem Willkommen für die Rüthener Karnevalisten mit Ihrem Prinzenpaar Wilhelm und Maria Gödde übernahm Friedhelm Thomas das Ruder des Narrenschiffs. Mit lokalen Glossen, die vom Publikum mit besonderem Beifall bedacht wurden, führte er durch das Programm der Kappensitzung, dass auch diesmal überwiegend von Karnevalisten aus dem Dorf bestritten wurde. Gleich zum Auftakt stellten Mitglieder der Frauengemeinschaft als Schützenoberst, Fußballerin oder Schornsteinfeger verkleidet unter Beweis, dass die Damenwelt in Kneblinghausen in der Lage ist, die Regie im Dorf zu übernehmen. Als hoffnungsvoller Nachwuchs präsentierte sich Hildegard Schulte bei Ihrem Debüt in der Bütt. In der Rolle des Schützen „Bumm“ hatte Sie mit Ihren Anekdoten vom „Barras“ die Lacher auf Ihrer Seite. Mit Toni Jacobs betrat ein Kneblinghauser Büttenstar die Bühne. Mit echt karnevalistischem Temperament und Witz strapazierten sich die Lachmuskeln bei Ihrem Bericht aus dem Leben eines geplagten Familienvaters. Aber nicht nur in der Bütt wurden Närrische Raketen abgeschossen. Die Mädchengruppe der KKK als Putzbesen- schwingendes Ballett riss das Publikum zum donnernden Applaus hin, genau so wie die gekonnten Darbietungen der Tanzgarde Drewer, die erst nach heftig erklatschten Zugaben entlassen wurden. Auch das Fanfarencorps Büren fand beim Publikum viel Beifall, ebenso das „Trio Schreivogel“. Die „Schotten“ aus Meschede bewiesen, dass sich auch einer Badezimmerbrause Dudelsackklänge entlocken lassen. Die Krone setzte jedoch das Bauernballett aus Kneblinghausen diesem Schauprogramm auf. Mitglieder des Elferrates in Turndress und Zylinder schwangen zum ergötzen aller Narren so anmutig Ihre behaarten Beine, dass das Publikum gar nicht genug davon kriegen konnte. Somit entsprechend eingestimmt stürmten die Kneblinghauser Karnevalisten anschließend selbst die Tanzfläche und feierten nach Abschluss des offiziellen Programms zu den Klängen der Musikkapelle Siddinghausen weiter. Bis tief in die Nacht ertönte in der Halle immer wieder der Schlachtruf der Närrinnen und Narren: Ninive Helau!